Montag, 28. Mai 2012

Die Reise zu den Sommerhügeln

Das Rauschen des Rechners erfüllt die Luft. Nur spärlich dringt die tosende Musik gegen dieses Geräusch vor. Gelangweilt sitze ich hier, unschlüssig, was mich mehr stört, schaue mir unnötige Dinge an und vergesse mich und die Zeit dabei.
Entnervt mache ich alles aus, den Computer, den Strom, schließlich auch das Licht. Momente sitze ich im Dunkeln, höre irgendwo auf den Straßen zwei Katzen kämpfen.  Schließlich reibe ich mein Gesicht.
Wie viel Zeit will ich noch hier vergeuden, denke ich mir. Mein Blick wandert aus dem Fenster. Nass und kalt glänzen die Dächer der umliegenden Häuser. Ich fühl mich schwach, ich fühl mich nicht mehr. Mir fehlt etwas. In leeren Gedanken blicke ich über den unordentlichen Schreibtisch, spiele mit einen Würfel im Dunkeln, rühre mit einen Pinsel ein Glas voll Wasser um, in denen sich die Farbe bereits am Grund abgesetzt hatte. 
Die Zeit scheint verschollen, so wenig brauche ich sie noch zu beachten. Frust steckt in mir. Der Frust, ziellos zu sein. und so lebe ich in den Tag, ohne eine Aufgabe, ohne einen Willen, in der Hoffnung, den Tag bald bloß überstanden zu haben. Meistens hänge ich hier, langweile mich, fühle mich krank, doch so lebe ich.

Ich blicke in den Himmel, richte mich auf. Beobachte die Getreidepflanzen, die im Sonnenuntergang Wellen im Wind schlagen, wie sie dunkelbraun sich erstrecken.  Ich werde angesprochen von zwei anderen Personen, vertrauten Personen. Wir besprechen alles, machen uns bereit und steigen in das Flugzeug. Der Flug geht los, bald schon lassen wir alles hinter uns, die Felder, den Flugplatz und schließlich fliegen wir durch die Abendsonne über das Land.
Die Luft ist angenehm warm, der Sommer liegt über den Hügeln. Und während ich durch den Himmel schwimme, erkenne ich: Es liegt an mir.



Ich erwache langsam aus meinen Traum, zurück in meinen Zimmer. Ihn immernoch nachklingend schaue ich auf das Wasser.
Die Farbe hatte sich gelöst, nun war es grün. Grün wie die Hoffnung.
Und nun packe ich meine Jacke, öffne die Türe und gehe hinfort. 


Hinfort zu den Sommerhügeln.


von Daniel Trabitzsch


Montag, 14. Mai 2012

Wenn ein Traum wahr wird...

Wenn ein Traum wahr wird...
Wie oft habe ich bereits von diesen Moment geträumt?
Wie wir uns sahen, uns begegneten, uns das erste Mal in die Arme schließten. Wie sich die Wärme des Anderen auf Einen übertrug und Einen liebevoll wärmte.
Wie unsere Blicke sich trafen, wie in uns das Feuer heller funkelte, bis es sich kaum zu bändigen wusste, wie unsere Herzen wild schlagend das andere Herz ersehnten.
Doch schließlich wachte ich jedes Mal auf. Und während ich langsam die Umgebung wahrnahm so wurde mir mehr und mehr bewusst, dass all die Schönheit des Traumes doch nur ein zarter Schatten war, und war er auch noch so echt gewesen, war die Welt des Traumes noch so real, in dieser Welt ist sie es nicht.
Ich hielt an ihm fest, wie an einem dünnen Faden, der sich mit dem ewigen Schmerzes des Vermissens in die Hand meines Bewusstseins schnitt. Doch ich lies nie los, kostete es mir doch so viel Kraft.
Und eines Tages war es so weit.
Unsere Blicke trafen sich, du hattest mich gesehen und ich dich, als hätte uns etwas hingewiesen, als wäre es schon immer so geplant. Du öffnetest mir die Türen. Zu deinem Haus, zu deiner Welt, zu deinem Herzen.
In deinen Augen spiegelte sich dein Glück, und freudig blickte ich tiefer in die türkisblauen Augen, die sich so nach mir sehnten, wie ich mich nach ihnen. Wir kannten den Preis dieser Begenung, doch er war uns egal, genauso wie die Welt um uns herum. Und während ich jeden Moment genoss, während ich mehr und mehr die Außenwelt vergas, da wusste ich, es war all das wert.

Wenn ein Traum wahr wird, dann verschwinden die feinen Umrisse zwischen Traum und Wirklichkeit, dann macht Alles eine Wende.  Die Grenzen verschwinden, die Wirklichkeit scheint nicht mehr wahr zu sein. Der Traum breitet sich aus, er wuchert wie eine Pflanze über die ganze Welt.
Und während ich mich bald im Walde wiederfand, so war ich auch froh darüber.
Auch wenn die Wirklichkeit nun wie ein Traum war, so träumte ich sie gerne.
Denn du warst Teil von ihr. Danke

von Daniel Trabitzsch

Samstag, 31. März 2012

Der nächste Morgen

Gleißendes Licht. Müde öffne ich die Augen, die letzten Bilder meines Traumes klingen nach wie schwingende Glocken, mit jeden Klang werden sie leiser. Noch einen Moment bleibe ich reglos liegen, atme die kühle Luft der vergangenen Nacht, die immernoch in meinen Zimmer verweilt, beobachte die Vorhänge im einsamen Wehen des Windes, durch denen vorbei das Licht sich drückt.
Ich erinnere mich an die letzte Nacht, an die vom Nieselregen glänzenden Straßen. Wie wir uns trafen, etwas kühles trinkend, wie wir zusammen lachten, wie wir zusammen feierten, uns unterhielten, und wie dabei immer unsere Augen sagten: Es war eine tolle Zeit mit dir.
Wir zogen weiter, überquerten die Schwelle der spiegelnden Türen.
Rauchige Luft, buntes Licht das über den Boden zog, laute Musik, die den Raum erfüllte.
Hinaus aus der Kälte, hinein in die Wärme. Wie ein Windstoß zog uns die gute Stimmung in den Saal, und zwischen Flaschen und guten Freunden feierten wir, tanzten im Rausche der Musik, ließen uns umwickeln im Dampf der guten Laune. So lange, bis auch das letzte Licht wieder erlosch und wir unseres Weges weiter gingen.
Ich erinnere mich, wie wir alle beisammen waren, wie wir aßen und wie wir ein letztes Mal de vertrauten Gänge betraten.
Und schließlich erinnere ich mich an die Verabschiedung. Wie man sich ein letztes Mal so sah, wie man sich ein letztes Mal in diesen Zusammenhang begegnete. Wie das drückende Gefühl, das Jeden von Uns die letzten Tage begleitet hatte in uns aufloderte, wie wir alle in Erinnerungen, mit einen mulmigen Gefühl in die Zukunft starrte und wusste, es wird nie wieder so sein. Ich erinnere mich, wie diese Traurigkeit alle umgab, manchen von uns zu fesseln drohte. Ich blicke zurück auf eine wunderbare Zeit, die nie wieder kommen wird, und die doch niemals erloschen sein wird.
Ich blicke zurück, spüre das Gefühl, das ich dort spürte, spüre noch einmal wie alles endet, wie ich an etwas festhalten will, dass nicht zu verhindern geht. Und so versinke ich langsam in meinen Erinnerungen...


Doch schließlich stehe ich auf. Auf mich, nein auf uns, wartet ein neuer Tag.

von Daniel Trabitzsch

Dienstag, 28. Februar 2012

Sanfte Woge, warme Luft.

Sanfte Woge, warme Luft.
Wie zwei Federn gleiten sie durch die Luft,
schwerelos, ohne Last.
Weit ist ihre Sicht, und so schweben sie hinfort, über die Hügel ihrer Träume.
Zeitlos, ohne Druck.
Ihnen gehört die Welt, denn Freiheit trägt sie weit über das Land.
Sorglos, ohne Angst.
Denn dort wo sie sind, da sind nur die Beiden, und so gleiten sie, den Horizont entgegen, langsam in die Nacht.
von Daniel Trabitzsch

Montag, 21. November 2011

Wenn der Himmel blau ist

Wenn der Himmel blau ist
lieg ich tief im Gras
lass die Gedanken schweben,
lass sie sich erheben, 
wie die weißen Wolken über dem Land

Leise verformen sie sich, 
zeigen neue Bilder
Kinder meiner Phantasie

Wenn der Himmel rot ist
schau ich in die Ferne,
schaue nach vorne, blicke zurück
stehe im Herbstwind
und sehe die Sonne sinken

Feurig glüht der Feuerball
schon tausendmal gesehen
doch niemals vergessen

Wenn der Himmel schwarz ist
warte ich in meinen Heime,
sitze dort und weine
und finde einfach keine Ruh
Was mir fehlt?

Das bist du
und so bleibt mir nur die Stille...

...einsam in der Nacht


Für eine ganz besondere Person
Von Daniel Trabitzsch

Sonntag, 2. Oktober 2011

Erinnerungen

Kalte, staubige Luft. Im matten Schein einer Glühbirne hab ich ihn betreten. Unter Dachschrägen eingefehrcht liegt er nun vor mir, der Dachboden.

Früher hatte ich mich immer vor ihn gefürchtet, ein Labyrinth aus vergessenen Dingen, unzählige dunkle Ecken fassend, die dunkel wirkten, selbst wenn einmal Licht in sie fiel wie ein verirrtes Tier. Der Dachboden war immer leise, doch nie still. Der Wind schrie in seinen Kammern, ein hohes, klagendes Heulen, das mir immer eine Gänsehaut verschaffen hatte.

Ich weiß noch genau, als ich da serste Mal die spitz zulaufenen Wände aus Dachbalken und Brettern erblickt hatte. Aus einer kleinen, runden, offenen Luke schien fades Tageslicht und zeigte den wolkenbedeckten Himmel.
Matt schimmernde Folien und Planen  hatten in die Mitte des langen Raumes geweht wie geisterhafte Fangarme, die nach verlorenen Seelen griffen. Sie hatten sich aufgeblasen und verloren wieder an Volumen wie als würden die Wände atmen, sie leben, angetrieben vom Geist des Windes.
 

Wie ich mich als kleines Kind fürchtete. Doch war es wirklich Furcht?
In einem offenen Karton fand ich einen Eimer gefüllt mit diversen Sandkastenspielzeug.

Es war ein warmer Sommertag gewesen. Meine Mutter hatte mir damals eine Kappe aufgesetzt, da die Sonne stark gebrannt hatte. Feiner, nassklebriger Sand hatte an meinen Händen und Füßen geklebt und in meiner Kleidung hatten die Körner gehangen, auf der Haut gekratzt. Doch es hatte mich nciht gestört, so tief war ich in meiner Arbit versunken. Nach und nach hatte ich Wasserwege gegraben, Mauern errichtet und Monumente in die Höhe gezogen, hatte Türme erbaut und Brücken gefertigt.
Die Sonne hatte bereits begonnen sich zu senken, als ich fertig geworden war. Stolz hatte ich auf mein Werk geblickt, als wie aus dem Nichts ein oranger Ball wie ein Komet durch die städtischen Mauern schlug. Was übrig geblieben war war ein ungleichmäßiger Sandhaufen, auf dem der Ball trohnte und der nach und nach von den seichten Wellen fortgetragen wurde. 



Langsam striff mein Blick den Raum. Er blieb auf einen staubigen Gegenstand haften.
Es war ein Familienalbum, dass auf einen Tisch ruhte. Wer hatte es hier hergebracht? Vorsichtig öffnete ich es, hörte das zarte knistern der Seiten, während sie sich trennten und blickte auf unzählige Bilder, auf Momente, auf eingefrorene Erinnerungen, bereit aufzutauchen.

Ich sah Bilder meines zweiten Geburtstages, wie ich die Kerzen ausgeblasen hatte, sah Urlaubsbilder, wie ich im warmen Sand gespielt hatte, wie mein Tshirt ebensoviel Schokoladeneis besessen hatte wie die Waffel in meinen Händen.
Ich sah BIlder von Weihnachten, an dem mein Onkel zu Besuch gekommen war, Bilder von meiner Familie, während wir an einem Wasserfall standen.

Ich klappe das Buch wieder zu und halte es in meinen Händen mit seinen lernen Einband.
Genug geträumt. Langsam schreite ich hinab ins Leben, 

gemeinsam mit meinen Erinnerungen.

von Daniel Trabitzsch


(Korrektur folgt)

Donnerstag, 1. September 2011

Die Blockade in meinen Kopf



Was will ich schreiben?


Schon seit Wochen hänge ich an dieser Frage. Es ist wie ein unerklärlicher Druck irgendwo zwischen Solar Plexus, Hals und Kopf. Es ist wie ein zu enges Kleidungsstück, dass sich gegen die Haut drückt, sich gegen den Körper drückt.
Ich möchte etwas schreiben, dies nehme ich mir bereits die ganze Zeit vor, doch aus irgendeinen Grund blockiert mich etwas.

Immer wieder blitzen Ideen bildlich in meinen Kopf, kurze Erhellungen einer noch nicht geschriebenen, aber wohl bereits fertigen Geschichte. Es ist wie ein Puzzle, bei dem die Teile für kurze Zeit in der richtigen Form sind, doch bevor alle Teile überhaupt auf dem Tisch liegen, verformen sie sich bereits wieder und ergeben einen langweiligen, ungeordneten Matsch aus Bildern, alle teilnahmslos, zusammenhanglos, sinnlos.
Ein Außenstehender vermag wohl kaum zu verstehen, was das für eine Qual ist. Es ist wie mit dem Musiker, dessen Finger nicht in Ordnung zu sein scheinen, es ist wie mit dem Schreiner, der kein Holz hat.


Es beginnt wieder von neuen, diese endlose Suche nach Ideen. In was für eine verzweifelten Situation man sich nun befindet:
Es ist ein mir bekannter Rhythmus. Ich bekomme eine Idee, wieder nur einen Funken, der kurz aufglüht, doch diesmal klammer ich mich an ihn, halte ihn fest für nur einen Moment und beginne ihn weiterzuspinnen. Doch bald darauf reißt diese Energie in mir ab. Ich beginne, über die Idee selbst nachzudenken, während die in meinen Kopf entstandene Gliederung vor meinen inneren Auge verraucht. Ich beginne mich zu fragen, ob mich diese Idee wirklich reizt, ob sie jemand anderes überhaupt reizen kann. Und so verliere ich jegliche Motivation, weiter zu schreiben.
Was folgt sind Überlegungen, was reizen könnte, und diese enden wieder, wen wunderts, in eine Flut von Ideenblitze, die alle keinen Inhalt haben, an den ich mich hätte festhalten können.


Ich denke viele kennen dieses Problem, doch wie finde ich hinaus aus diesem Labyrinth?


von Daniel Trabitzsch