Dienstag, 29. Mai 2012

Verloren...

Tag 12. Vergebens suche ich immernoch nach meiner Phantasie. Letzte Nacht hab ich sie wieder gehört, wie sie in den Wäldern meiner Gedanken traurig schrie. Doch als die Sonne wieder aufging suchte ich vergebens nach jeglicher Spur.
Meine Vorräte nehmen deutlich ab, das Klima wird von Tag zu Tag härter und kälter. Die letzten Tage habe ich meinen Kompass verloren, durch Glück jedoch eine andere Orientierung entdeckt. Das Gepäck erscheint immer schwerer, doch am meisten Sorgen machen mir die dunklen Geister, die hier und dort durch die Gegend ziehen. Ich meide jeden Kontakt mit ihnen, denn sie nehmen einen jede Orientierung und lassen einen versinken in diesen abgestumpften, eintönigen Tälern.


von Daniel Trabitzsch

Montag, 28. Mai 2012

Die Reise zu den Sommerhügeln

Das Rauschen des Rechners erfüllt die Luft. Nur spärlich dringt die tosende Musik gegen dieses Geräusch vor. Gelangweilt sitze ich hier, unschlüssig, was mich mehr stört, schaue mir unnötige Dinge an und vergesse mich und die Zeit dabei.
Entnervt mache ich alles aus, den Computer, den Strom, schließlich auch das Licht. Momente sitze ich im Dunkeln, höre irgendwo auf den Straßen zwei Katzen kämpfen.  Schließlich reibe ich mein Gesicht.
Wie viel Zeit will ich noch hier vergeuden, denke ich mir. Mein Blick wandert aus dem Fenster. Nass und kalt glänzen die Dächer der umliegenden Häuser. Ich fühl mich schwach, ich fühl mich nicht mehr. Mir fehlt etwas. In leeren Gedanken blicke ich über den unordentlichen Schreibtisch, spiele mit einen Würfel im Dunkeln, rühre mit einen Pinsel ein Glas voll Wasser um, in denen sich die Farbe bereits am Grund abgesetzt hatte. 
Die Zeit scheint verschollen, so wenig brauche ich sie noch zu beachten. Frust steckt in mir. Der Frust, ziellos zu sein. und so lebe ich in den Tag, ohne eine Aufgabe, ohne einen Willen, in der Hoffnung, den Tag bald bloß überstanden zu haben. Meistens hänge ich hier, langweile mich, fühle mich krank, doch so lebe ich.

Ich blicke in den Himmel, richte mich auf. Beobachte die Getreidepflanzen, die im Sonnenuntergang Wellen im Wind schlagen, wie sie dunkelbraun sich erstrecken.  Ich werde angesprochen von zwei anderen Personen, vertrauten Personen. Wir besprechen alles, machen uns bereit und steigen in das Flugzeug. Der Flug geht los, bald schon lassen wir alles hinter uns, die Felder, den Flugplatz und schließlich fliegen wir durch die Abendsonne über das Land.
Die Luft ist angenehm warm, der Sommer liegt über den Hügeln. Und während ich durch den Himmel schwimme, erkenne ich: Es liegt an mir.



Ich erwache langsam aus meinen Traum, zurück in meinen Zimmer. Ihn immernoch nachklingend schaue ich auf das Wasser.
Die Farbe hatte sich gelöst, nun war es grün. Grün wie die Hoffnung.
Und nun packe ich meine Jacke, öffne die Türe und gehe hinfort. 


Hinfort zu den Sommerhügeln.


von Daniel Trabitzsch


Montag, 14. Mai 2012

Wenn ein Traum wahr wird...

Wenn ein Traum wahr wird...
Wie oft habe ich bereits von diesen Moment geträumt?
Wie wir uns sahen, uns begegneten, uns das erste Mal in die Arme schließten. Wie sich die Wärme des Anderen auf Einen übertrug und Einen liebevoll wärmte.
Wie unsere Blicke sich trafen, wie in uns das Feuer heller funkelte, bis es sich kaum zu bändigen wusste, wie unsere Herzen wild schlagend das andere Herz ersehnten.
Doch schließlich wachte ich jedes Mal auf. Und während ich langsam die Umgebung wahrnahm so wurde mir mehr und mehr bewusst, dass all die Schönheit des Traumes doch nur ein zarter Schatten war, und war er auch noch so echt gewesen, war die Welt des Traumes noch so real, in dieser Welt ist sie es nicht.
Ich hielt an ihm fest, wie an einem dünnen Faden, der sich mit dem ewigen Schmerzes des Vermissens in die Hand meines Bewusstseins schnitt. Doch ich lies nie los, kostete es mir doch so viel Kraft.
Und eines Tages war es so weit.
Unsere Blicke trafen sich, du hattest mich gesehen und ich dich, als hätte uns etwas hingewiesen, als wäre es schon immer so geplant. Du öffnetest mir die Türen. Zu deinem Haus, zu deiner Welt, zu deinem Herzen.
In deinen Augen spiegelte sich dein Glück, und freudig blickte ich tiefer in die türkisblauen Augen, die sich so nach mir sehnten, wie ich mich nach ihnen. Wir kannten den Preis dieser Begenung, doch er war uns egal, genauso wie die Welt um uns herum. Und während ich jeden Moment genoss, während ich mehr und mehr die Außenwelt vergas, da wusste ich, es war all das wert.

Wenn ein Traum wahr wird, dann verschwinden die feinen Umrisse zwischen Traum und Wirklichkeit, dann macht Alles eine Wende.  Die Grenzen verschwinden, die Wirklichkeit scheint nicht mehr wahr zu sein. Der Traum breitet sich aus, er wuchert wie eine Pflanze über die ganze Welt.
Und während ich mich bald im Walde wiederfand, so war ich auch froh darüber.
Auch wenn die Wirklichkeit nun wie ein Traum war, so träumte ich sie gerne.
Denn du warst Teil von ihr. Danke

von Daniel Trabitzsch