Montag, 21. November 2011

Wenn der Himmel blau ist

Wenn der Himmel blau ist
lieg ich tief im Gras
lass die Gedanken schweben,
lass sie sich erheben, 
wie die weißen Wolken über dem Land

Leise verformen sie sich, 
zeigen neue Bilder
Kinder meiner Phantasie

Wenn der Himmel rot ist
schau ich in die Ferne,
schaue nach vorne, blicke zurück
stehe im Herbstwind
und sehe die Sonne sinken

Feurig glüht der Feuerball
schon tausendmal gesehen
doch niemals vergessen

Wenn der Himmel schwarz ist
warte ich in meinen Heime,
sitze dort und weine
und finde einfach keine Ruh
Was mir fehlt?

Das bist du
und so bleibt mir nur die Stille...

...einsam in der Nacht


Für eine ganz besondere Person
Von Daniel Trabitzsch

Sonntag, 2. Oktober 2011

Erinnerungen

Kalte, staubige Luft. Im matten Schein einer Glühbirne hab ich ihn betreten. Unter Dachschrägen eingefehrcht liegt er nun vor mir, der Dachboden.

Früher hatte ich mich immer vor ihn gefürchtet, ein Labyrinth aus vergessenen Dingen, unzählige dunkle Ecken fassend, die dunkel wirkten, selbst wenn einmal Licht in sie fiel wie ein verirrtes Tier. Der Dachboden war immer leise, doch nie still. Der Wind schrie in seinen Kammern, ein hohes, klagendes Heulen, das mir immer eine Gänsehaut verschaffen hatte.

Ich weiß noch genau, als ich da serste Mal die spitz zulaufenen Wände aus Dachbalken und Brettern erblickt hatte. Aus einer kleinen, runden, offenen Luke schien fades Tageslicht und zeigte den wolkenbedeckten Himmel.
Matt schimmernde Folien und Planen  hatten in die Mitte des langen Raumes geweht wie geisterhafte Fangarme, die nach verlorenen Seelen griffen. Sie hatten sich aufgeblasen und verloren wieder an Volumen wie als würden die Wände atmen, sie leben, angetrieben vom Geist des Windes.
 

Wie ich mich als kleines Kind fürchtete. Doch war es wirklich Furcht?
In einem offenen Karton fand ich einen Eimer gefüllt mit diversen Sandkastenspielzeug.

Es war ein warmer Sommertag gewesen. Meine Mutter hatte mir damals eine Kappe aufgesetzt, da die Sonne stark gebrannt hatte. Feiner, nassklebriger Sand hatte an meinen Händen und Füßen geklebt und in meiner Kleidung hatten die Körner gehangen, auf der Haut gekratzt. Doch es hatte mich nciht gestört, so tief war ich in meiner Arbit versunken. Nach und nach hatte ich Wasserwege gegraben, Mauern errichtet und Monumente in die Höhe gezogen, hatte Türme erbaut und Brücken gefertigt.
Die Sonne hatte bereits begonnen sich zu senken, als ich fertig geworden war. Stolz hatte ich auf mein Werk geblickt, als wie aus dem Nichts ein oranger Ball wie ein Komet durch die städtischen Mauern schlug. Was übrig geblieben war war ein ungleichmäßiger Sandhaufen, auf dem der Ball trohnte und der nach und nach von den seichten Wellen fortgetragen wurde. 



Langsam striff mein Blick den Raum. Er blieb auf einen staubigen Gegenstand haften.
Es war ein Familienalbum, dass auf einen Tisch ruhte. Wer hatte es hier hergebracht? Vorsichtig öffnete ich es, hörte das zarte knistern der Seiten, während sie sich trennten und blickte auf unzählige Bilder, auf Momente, auf eingefrorene Erinnerungen, bereit aufzutauchen.

Ich sah Bilder meines zweiten Geburtstages, wie ich die Kerzen ausgeblasen hatte, sah Urlaubsbilder, wie ich im warmen Sand gespielt hatte, wie mein Tshirt ebensoviel Schokoladeneis besessen hatte wie die Waffel in meinen Händen.
Ich sah BIlder von Weihnachten, an dem mein Onkel zu Besuch gekommen war, Bilder von meiner Familie, während wir an einem Wasserfall standen.

Ich klappe das Buch wieder zu und halte es in meinen Händen mit seinen lernen Einband.
Genug geträumt. Langsam schreite ich hinab ins Leben, 

gemeinsam mit meinen Erinnerungen.

von Daniel Trabitzsch


(Korrektur folgt)

Donnerstag, 1. September 2011

Die Blockade in meinen Kopf



Was will ich schreiben?


Schon seit Wochen hänge ich an dieser Frage. Es ist wie ein unerklärlicher Druck irgendwo zwischen Solar Plexus, Hals und Kopf. Es ist wie ein zu enges Kleidungsstück, dass sich gegen die Haut drückt, sich gegen den Körper drückt.
Ich möchte etwas schreiben, dies nehme ich mir bereits die ganze Zeit vor, doch aus irgendeinen Grund blockiert mich etwas.

Immer wieder blitzen Ideen bildlich in meinen Kopf, kurze Erhellungen einer noch nicht geschriebenen, aber wohl bereits fertigen Geschichte. Es ist wie ein Puzzle, bei dem die Teile für kurze Zeit in der richtigen Form sind, doch bevor alle Teile überhaupt auf dem Tisch liegen, verformen sie sich bereits wieder und ergeben einen langweiligen, ungeordneten Matsch aus Bildern, alle teilnahmslos, zusammenhanglos, sinnlos.
Ein Außenstehender vermag wohl kaum zu verstehen, was das für eine Qual ist. Es ist wie mit dem Musiker, dessen Finger nicht in Ordnung zu sein scheinen, es ist wie mit dem Schreiner, der kein Holz hat.


Es beginnt wieder von neuen, diese endlose Suche nach Ideen. In was für eine verzweifelten Situation man sich nun befindet:
Es ist ein mir bekannter Rhythmus. Ich bekomme eine Idee, wieder nur einen Funken, der kurz aufglüht, doch diesmal klammer ich mich an ihn, halte ihn fest für nur einen Moment und beginne ihn weiterzuspinnen. Doch bald darauf reißt diese Energie in mir ab. Ich beginne, über die Idee selbst nachzudenken, während die in meinen Kopf entstandene Gliederung vor meinen inneren Auge verraucht. Ich beginne mich zu fragen, ob mich diese Idee wirklich reizt, ob sie jemand anderes überhaupt reizen kann. Und so verliere ich jegliche Motivation, weiter zu schreiben.
Was folgt sind Überlegungen, was reizen könnte, und diese enden wieder, wen wunderts, in eine Flut von Ideenblitze, die alle keinen Inhalt haben, an den ich mich hätte festhalten können.


Ich denke viele kennen dieses Problem, doch wie finde ich hinaus aus diesem Labyrinth?


von Daniel Trabitzsch

Freitag, 5. August 2011

Regen

Es regnete.
Alles begann vor ein paar Stunden. kleine Wassertropfen waren über das Glas gelaufen, hatten hier und dort ihre klaren Spuren hinterlassen. Ein angenehmes Klingen war bei jedem Aufprall entstanden. Zart und kaum zu hören. 


Vor dem Fenster war die Welt allmälig nass geworden.
Schon den ganzen Tag über war diese Feuchtigkeit zu spüren gewesen. Wie eine feine Decke, die sich über einen legte, sobald man die Außenluft berührte.  Es machte das Atmen aufregend, das leichte knistern nach Abenteuerlust, das jedesmal entstand, wenn ich so eine Atmosphäre vorfand.
Eine leichte Frische, hervorgerufen von dutzenden kleinen Tropfen im Nebel.

Nun hatte sich all diese Tröpfchen entladen und sorgten dafür, das man das Innere aufsuchte.
Wie sie fein zu Boden glitten, sich sammelten und alles zum glänzen gebracht haben.
Sie kühlten die Luft, kühlten die Hauswände, kühlten Alles und Jeden, seitdem sie ihren Weg nach unten gesucht hatten.

Wie mich der Regen doch immer wieder fasziniert, wie er mich doch jedesmal träumen lässt.

Die zarten Tropfen wichen bald den schweren. Das schwache klingen war verschwunden.
Stattdessen ertönte nun ein lautes Pochen vom Dach, ein lautes Pochen von den Scheiben. All diese Geräusche überschwämmten  sich und bildeten ein starkes Rauschen.  

Die schweren Tropfen sammelten sich nicht mehr. Sie knallten gegen das Glas, sprangen durch den Aufprall beinahe wieder ab. Blätter wurden nach unten gedrückt, Bäche bildeten sich am Rande der Straßen.
Vorbei mit der Abenteuerlust.

Sonne.
Etwas helles stieß durch die Wolkendecke. Wärmend roter Feuerball, schön dich wieder zu sehen.

Die letzten Tropfen fielen von den Bäumen. Was blieb ist eine glänzend nasse Welt, was blieb sind die vielen Gläser, von denen nun die letzten Tropfen, wie übriggebliebene Erinnerungen an den Regen, langsam von der Scheibe rollten.
Draußen ist nun eine wunderbar kühle Luft.
Zeit, neue Abenteuer zu erleben...


Von Daniel Trabitzsch