Was will ich schreiben?
Schon
seit Wochen hänge ich an dieser Frage. Es ist wie ein unerklärlicher
Druck irgendwo zwischen Solar Plexus, Hals und Kopf. Es ist wie ein
zu enges Kleidungsstück, dass sich gegen die Haut drückt, sich
gegen den Körper drückt.
Ich möchte etwas schreiben, dies
nehme ich mir bereits die ganze Zeit vor, doch aus irgendeinen Grund
blockiert mich etwas.
Immer wieder blitzen Ideen bildlich in
meinen Kopf, kurze Erhellungen einer noch nicht geschriebenen, aber
wohl bereits fertigen Geschichte. Es ist wie ein Puzzle, bei dem die
Teile für kurze Zeit in der richtigen Form sind, doch bevor alle
Teile überhaupt auf dem Tisch liegen, verformen sie sich bereits
wieder und ergeben einen langweiligen, ungeordneten Matsch aus
Bildern, alle teilnahmslos, zusammenhanglos, sinnlos.
Ein Außenstehender vermag wohl kaum zu
verstehen, was das für eine Qual ist. Es ist wie mit dem Musiker,
dessen Finger nicht in Ordnung zu sein scheinen, es ist wie mit dem
Schreiner, der kein Holz hat.
Es beginnt wieder von neuen,
diese endlose Suche nach Ideen. In was für eine verzweifelten
Situation man sich nun befindet:
Es ist ein mir bekannter
Rhythmus. Ich bekomme eine Idee, wieder nur einen Funken, der kurz
aufglüht, doch diesmal klammer ich mich an ihn, halte ihn fest für
nur einen Moment und beginne ihn weiterzuspinnen. Doch bald darauf
reißt diese Energie in mir ab. Ich beginne, über die Idee selbst
nachzudenken, während die in meinen Kopf entstandene Gliederung vor
meinen inneren Auge verraucht. Ich beginne mich zu fragen, ob mich
diese Idee wirklich reizt, ob sie jemand anderes überhaupt reizen
kann. Und so verliere ich jegliche Motivation, weiter zu
schreiben.
Was folgt sind Überlegungen, was reizen könnte, und
diese enden wieder, wen wunderts, in eine Flut von Ideenblitze, die
alle keinen Inhalt haben, an den ich mich hätte festhalten können.
Ich denke viele kennen dieses
Problem, doch wie finde ich hinaus aus diesem Labyrinth?
von Daniel Trabitzsch