Donnerstag, 1. September 2011

Die Blockade in meinen Kopf



Was will ich schreiben?


Schon seit Wochen hänge ich an dieser Frage. Es ist wie ein unerklärlicher Druck irgendwo zwischen Solar Plexus, Hals und Kopf. Es ist wie ein zu enges Kleidungsstück, dass sich gegen die Haut drückt, sich gegen den Körper drückt.
Ich möchte etwas schreiben, dies nehme ich mir bereits die ganze Zeit vor, doch aus irgendeinen Grund blockiert mich etwas.

Immer wieder blitzen Ideen bildlich in meinen Kopf, kurze Erhellungen einer noch nicht geschriebenen, aber wohl bereits fertigen Geschichte. Es ist wie ein Puzzle, bei dem die Teile für kurze Zeit in der richtigen Form sind, doch bevor alle Teile überhaupt auf dem Tisch liegen, verformen sie sich bereits wieder und ergeben einen langweiligen, ungeordneten Matsch aus Bildern, alle teilnahmslos, zusammenhanglos, sinnlos.
Ein Außenstehender vermag wohl kaum zu verstehen, was das für eine Qual ist. Es ist wie mit dem Musiker, dessen Finger nicht in Ordnung zu sein scheinen, es ist wie mit dem Schreiner, der kein Holz hat.


Es beginnt wieder von neuen, diese endlose Suche nach Ideen. In was für eine verzweifelten Situation man sich nun befindet:
Es ist ein mir bekannter Rhythmus. Ich bekomme eine Idee, wieder nur einen Funken, der kurz aufglüht, doch diesmal klammer ich mich an ihn, halte ihn fest für nur einen Moment und beginne ihn weiterzuspinnen. Doch bald darauf reißt diese Energie in mir ab. Ich beginne, über die Idee selbst nachzudenken, während die in meinen Kopf entstandene Gliederung vor meinen inneren Auge verraucht. Ich beginne mich zu fragen, ob mich diese Idee wirklich reizt, ob sie jemand anderes überhaupt reizen kann. Und so verliere ich jegliche Motivation, weiter zu schreiben.
Was folgt sind Überlegungen, was reizen könnte, und diese enden wieder, wen wunderts, in eine Flut von Ideenblitze, die alle keinen Inhalt haben, an den ich mich hätte festhalten können.


Ich denke viele kennen dieses Problem, doch wie finde ich hinaus aus diesem Labyrinth?


von Daniel Trabitzsch

Freitag, 5. August 2011

Regen

Es regnete.
Alles begann vor ein paar Stunden. kleine Wassertropfen waren über das Glas gelaufen, hatten hier und dort ihre klaren Spuren hinterlassen. Ein angenehmes Klingen war bei jedem Aufprall entstanden. Zart und kaum zu hören. 


Vor dem Fenster war die Welt allmälig nass geworden.
Schon den ganzen Tag über war diese Feuchtigkeit zu spüren gewesen. Wie eine feine Decke, die sich über einen legte, sobald man die Außenluft berührte.  Es machte das Atmen aufregend, das leichte knistern nach Abenteuerlust, das jedesmal entstand, wenn ich so eine Atmosphäre vorfand.
Eine leichte Frische, hervorgerufen von dutzenden kleinen Tropfen im Nebel.

Nun hatte sich all diese Tröpfchen entladen und sorgten dafür, das man das Innere aufsuchte.
Wie sie fein zu Boden glitten, sich sammelten und alles zum glänzen gebracht haben.
Sie kühlten die Luft, kühlten die Hauswände, kühlten Alles und Jeden, seitdem sie ihren Weg nach unten gesucht hatten.

Wie mich der Regen doch immer wieder fasziniert, wie er mich doch jedesmal träumen lässt.

Die zarten Tropfen wichen bald den schweren. Das schwache klingen war verschwunden.
Stattdessen ertönte nun ein lautes Pochen vom Dach, ein lautes Pochen von den Scheiben. All diese Geräusche überschwämmten  sich und bildeten ein starkes Rauschen.  

Die schweren Tropfen sammelten sich nicht mehr. Sie knallten gegen das Glas, sprangen durch den Aufprall beinahe wieder ab. Blätter wurden nach unten gedrückt, Bäche bildeten sich am Rande der Straßen.
Vorbei mit der Abenteuerlust.

Sonne.
Etwas helles stieß durch die Wolkendecke. Wärmend roter Feuerball, schön dich wieder zu sehen.

Die letzten Tropfen fielen von den Bäumen. Was blieb ist eine glänzend nasse Welt, was blieb sind die vielen Gläser, von denen nun die letzten Tropfen, wie übriggebliebene Erinnerungen an den Regen, langsam von der Scheibe rollten.
Draußen ist nun eine wunderbar kühle Luft.
Zeit, neue Abenteuer zu erleben...


Von Daniel Trabitzsch